Aufklärung oder Vermeidung von Schäden?

Ganz wichtig und entscheidend für den erfolgreichen Verlauf eines Sicherheitsprojektes ist es, genau festzulegen, was man mit einer Videotechnik erreichen möchte. Prinzipiell gibt es dafür zwei Möglichkeiten:

  • Beitragen zur Aufklärung von Straftaten bzw. Unterstützung strafrechtlicher Untersuchungen
  • Vermeidung von künftigen Schäden bzw. Straftaten

Beide Ansätze können sich ergänzen, schließen sich aber teilweise auch gegenseitig aus.

Unterstützung einer Aufklärung von Straftaten

Dieses Ansinnen ist oft technisch schwierig lösbar. In der Regel benötigt man dafür Bilder der Täter, die strafrechtliche Relevanz haben. Neben einer entsprechenden Qualität (ist ein Täter identifizierbar?) muss auch Orts- und Zeitangabe der Aufnahme vor Gericht standhalten. Bilder dürfen nach der Aufnahme nicht manipulierbar sein. Natürlich ist es oft schon hilfreich, wenn man den Strafverfolgungsbehörden entsprechende Täterbilder liefern kann und diese damit Täter und Diebesgut sicherstellen können. Aber auch die beste IP-Videokamera nützt nichts, wenn Täter Masken oder Kapuzen tragen, bzw. wenn die Lichtverhältnisse nicht ausreichend sind. Da hilft auch das ganze Marketing der Herstellerfirmen wenig, wenn wieder eine neue Mega-Pixel- (IP) oder HD-Kamera auf den Markt kommt.

Und selbst wenn ein Täter gefasst ist und eventuell verurteilt wird, heißt das noch lange nichts bzgl. eines finanziellen Ersatzes für den entstanden Schaden. Die Versicherung kann sich weigern zu zahlen, da der Täter bekannt ist und der Täter kann den Schaden nicht begleichen, weil ihm die finanziellen Voraussetzungen dafür fehlen.

Vermeidung von künftigen Schäden bzw. Straftaten

Das Vermeiden von Straftaten ist in den meisten Fällen für Betroffene sinnvoller und effektiver. Unter Umständen liefert eine so installierte Anlage ggf. sogar noch strafrechtlich relevante Bilder. Doch wie können Schäden vermieden werden? Ganz sicher nicht, in dem man einfach Kameras installiert und Bilder aufzeichnet, wie oben beschrieben. Auch das Aufschalten der Technik auf einen Sicherheitsdienst bringt nicht die notwendige Sicherheit, wenn nicht ein paar grundlegende Dinge geklärt sind.

Technik ist nicht fehlerfrei. Sicherheitskonzepte müssen in einen Prozess eingebunden sein und müssen auch immer in einem sozialen Kontext betrachtet werden. Wenn man mit Hilfe von
Sicherheitstechnik unbefugten Zutritt und damit etwaige Schäden verhindern will, kommt man nicht umhin, Bewegungen von nicht autorisierte Menschen zu entdecken, ehe es zu spät ist (bzw. solange etwaiger Schaden noch gering ist) und dies unter Einhaltung von Datenschutzrichtlinien.

Vor Überlegungen, welche Technik eingesetzt wird, muss man sich u.a. über folgende Fragen Gedanken machen:

  • Was soll geschützt werden bzw. welche Taten sollen verhindert werden?
  • Wo liegen die Grenzen eines Objektes, ab deren Überschreiten man von einem unbefugten Zutritt sprechen kann?
  • Kann man zeitlich eingrenzen, wann auf dem Gelände Befugte nicht unterwegs sind?
  • Muss eine Überwachung auch erfolgen, wenn Befugte anwesend sind (z.B. Freiflächen von Autohäusern)?
  • Was soll passieren, wenn die Technik einen Bewegungsalarm erkennt bzw. eine Bewegung detektiert?

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