Reduzierung von Fehl- und Falschalarmen

Die große Kunst besteht demnach nun darin, fehl- und falschalarmsichere Videoanlagen zu konzipieren und zu errichten. Es sollen keine relevanten Ereignisse verpasst werden (Fehlalarme), aber es sollen auch keine Alarme erzeugt werden, die nicht sicherheitsrelevant sind (Falschalarme). In den allerwenigsten Fällen macht es daher aus Kostengründen Sinn, ganze Objekte bzw. Liegenschaften komplett zu überwachen. Man beschränkt sich besser auf mögliche Wege von Tätern (man baut dem Sinn nach Fallen auf) und auf die werthaltigsten zu schützenden Objekte. Der Vorteil von elektronischen Fallen ist, dass man in der Regel einen potentiellen Täter entdeckt, eher er Schaden anrichten kann. Einen Täter erst entdecken, wenn er bereits z.B. einen Dieseltank angebohrt hat, ist wenig hilfreich.

Wie kann man nun Videosicherheitsanlagen bauen, die hinsichtlich von Falschalarmen optimiert sind? Wie kann man relevante Täterbewegungen zuverlässig erkennen? Oft ist es mit einer Videosensorik (Auswertung von Bildsequenzen) nicht getan, auch wenn es mittlerweile sehr gute Videosensoren (z.B. von der Firma Geutebrück) gibt, die z.B. auch richtungsabhängig Bewegungen auswerten. Videosensorik arbeitet prinzipiell danach, dass für einen bestimmten Zeitraum ausgewertet wird, wie viele Pixel sich in einem bestimmten Bildbereich geändert haben. Dieses Grundverfahren ist nicht sehr intelligent: Ein Mensch in 20m Entfernung vor der Kamera kann u.U. die gleiche Pixeländerung hervorrufen, wie ein kleines Insekt auf der Linse der Kamera. Neue Videosensoren von Geutebrück berücksichtigen diesen Umstand der Entfernungsabhängigkeit aber schon sehr gut.

Neben dem Einsatz von Videosensoren, die eine hohe Rechenleistung der Videorekorder benötigen, gibt es noch andere Sensoren, die zum Einsatz kommen können:

  • externe Bewegungsmelder, insb. solche, die neben PIR- auch Mikrowellen-basiert sind (und somit zuverlässig gegenüber Kleingetier und witterungsbedingten Änderungen à keine unnötigen Falschalarme)
  • Tretmatten, die z.B. entlang von Zäunen installiert (leicht unter der Grasnarbe vergraben) sind und das Drauftreten signalisieren
  • Beamdetektoren (mit einer Art Licht- oder Laserstrahl) auf Zäunen oder sonstigen geraden Strecken, die bei Unterbrechung des Lichtstrahles ein Signal geben
  • Glasfaser-basierte Kabel (bis ca. 50m lang), die bei Durchtrennung ein Signal auslösen (damit können Zaunelemente oder Kabeltrommeln überwacht werden, aber auch ganze LKW-Aufsätze/Container oder Solarfelder)
  • Schock- bzw. Beschleunigungssensoren, die – z.B. in einem Auto abgelegt – auf Bewegungen dieser  reagieren
  • u.a.

All diese externen Sensoren können häufig per Funk Signale an eine Empfangseinheit senden (und müssen nicht aufwendig verdrahtet werden), die wiederum per Kontakt an eine Videoanlage angeschlossen ist. Dann ist es nur noch wichtig, bei Empfang eines Signals den betreffenden Bereich per Domekamera einzusehen, um festzustellen, warum ein Signal ausgelöst wurde.

Mit Hilfe passender Sensoren an den richtigen Stellen lassen sich somit zuverlässige Überwachungssysteme installieren, die einem Videoleitstand  fast ausschließlich Alarme senden, die beachtenswert sind. Da ist manchmal weniger (Überwachungsbereiche) mehr. Natürlich ergibt dies noch lange keine 100%ige Sicherheit. Auf die Reaktion eines Videoleitstandes kommt es im Alarmfall an. Neben dem bereits erwähnten Ansprechen von Tätern muss ein Leitstand schnell und effektiv Einsatzkräfte anfordern und ggf. auch per Telefon anleiten können (z.B. zur Täterergreifung). Ganz wichtig sind auch virtuelle Wächterrundgänge, die für Täter zeitlich nicht planbar (wie meist die Streifgänge von Sicherheitspersonal) und häufig genug sind, um mit größerer Wahrscheinlichkeit umfangreiche Täteraktionen zu entdecken. Virtuelle Wächterundgänge sind ein effektives und kostengünstiges Mittel, Schäden zu vermeiden. Leider sind diese noch keinesfalls Standard, obwohl sie technisch (z.B. durch die entsprechende Programmierung von Presets für Domekameras) recht einfach umsetzbar sind.

Wir sind überzeugt, dass durch eine richtig ausgewählte und platzierte Technik, aufgeschalten auf den richtigen Videoleitstand, für den Betroffenen auf jeden Fall die Sicherheit erhöht und insb. Schäden und damit Kosten vermeiden hilft.

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