Videoleitstand – Die richtige Wahl treffen

Bei Betrachtung der Fragen nach dem Zweck einer Videoüberwachung stellt man unschwer fest, dass es großen Sinn macht, Unbefugte schon dann zu entdecken, sobald sie das betreffende Privatgelände betreten haben und noch kein Schaden (Diebstahl, Einbruch, Zerstörung, etc.) entstanden ist. Mit der Entdeckung muss dann ganz schnell ein weiteres Vorgehen angestoßen werden. Ein Aufzeichnen der betreffenden Videosequenzen allein reicht nicht, weil dann der Täter nicht gestoppt wird. Es hilft wenig, sich erst am nächsten Tag die Bilder eines Einbruches anzusehen.

Es hat sich aus unserer Erfahrung als sehr sinnvoll erwiesen, betreffende Täter mit einer installierten Lautsprecheranlage gezielt anzusprechen und abzuschrecken. Dies ist natürlich nur dann möglich, wenn die Alarme weitergeleitet und sofort bearbeitet werden. Damit ist nicht gemeint, dass der Betreiber der Videoanlage auf seinem Handy einen Alarm erhält, weil er in aller Regel nicht darauf reagieren kann. Der Alarm muss auf eine für Videoaufschaltungen ausgerüstete Leitstelle eines Sicherheitsdienstes o.ä. aufgeschaltet sein, der in der betreffenden Zeit auch besetzt ist. Hier ergeben sich nun weitere wichtige Fragen, die über den Erfolg des Ganzen entscheidend sind.

  • Was passiert bei Falschalarmen (ein Alarm, der sich im Nachhinein als unwichtig herausstellt, z.B. durch Wettereinflüsse ausgelöst oder durch Tiere oder durch Befugte)?
  • Wie kann das Personal reagieren? Ansprache, Licht ein/aus, u.ä.
  • Können Alarme hinreichend verfolgt werden, z.B. durch Einsatz einer Domekamera?

Die Erfahrung zeigt, dass Alarme von Videoanlagen, die häufige Falschalarme bringen, irgendwann nicht mehr vom Personal einer Videosicherheitszentrale beachtet werden. Die Alarme werden dann irgendwann nur noch schematisch als Falschalarm „weggeklickt“ und es besteht die große Gefahr, dass ein echter Alarm dabei übersehen wird. Dann hat die Technik keinen Sinn, weil nur Frustration entsteht und Kosten ohne Nutzen. Hier spielt natürlich der Faktor Mensch sehr stark mit hinein. Der Leitstand muss wissen, ob Befugte einen Alarm auslösen oder nicht. Dies kann z.B. dadurch gewährleistet werden, dass sich Befugte mittels eines Passwortes o.ä. vorab beim Leitstand anmelden (z.B. telefonisch). Dann kann ggf. die Videoanlage oder Teile davon für eine bestimmte Zeit „unscharf“ geschalten werden.

Videoleitstand – Die richtige Wahl treffen